Die Entstehung eines Tee-Monopols

Aus dem breiten Spektrum europäischer Handelskompanien, die im 17. und 18. Jahrhundert im Fernosthandel tätig waren — es gab holländische, englische, schottische, französische, dänische, österreichische, schwedische und preußische Kompanien — ragte eine Kompanie besonders hervor: die englische "East India Company (E.I.C)". Die E.I.C. wurde von der Regierung mit vielen Privilegien ausgestattet. Als bedeutende Wirtschaftskraft des Landes wurden auch Gesetzgebung und Staatspolitik zu ihren Vorteilen gestaltet. Die holländische Kompanie V.O.C. (Vereenigde Oost Indische Companie) musste ihre Vormachtstellung, die sie im Teehandel bis dato innehatte, an die Engländer abgeben.

Als mit Beginn des 18. Jahrhunderts Tee kontinuierlich zum Hauptbestandteil der Fracht aus China anwuchs, zeigt sich die Macht, welche die E.I.C. als "größtes Tee-Monopol der Welt" wirklich besaß: Sie war so mächtig, dass sie eine diätetische Revolution in England bewirkte, indem sie das britische Volk von einem Volk potentieller Kaffeetrinker in ein Volk von Teetrinkern verwandelte, und dies alles innerhalb weniger Jahre.

Die in Amerika lebenden Engländer weigerten sich, ungefragt vom Mutterland besteuert zu werden. Sie boykottierten englische Waren und trafen damit einen empfindlichen Nerv. Der E.I.C. gelang es jedoch mit Hilfe eines Gesetzes, den Teeverkauf in den amerikanischen Kolonien an sich zu reißen. Am 16.12.1773 leitete die "Bostoner Tee-Party" den Unabhängigkeitskrieg ein. Der Chinahandel der europäischen Kompanien lief ausschließlich über Kanton, die für den damaligen Teehandel bedeutendste chinesische Provinz. 13 chinesische Cohong-Kaufleute wickelten den gesamten Warenverkehr ab.

Kultivierung des Tees in Indien

Im Jahre 1836 wurde der erste Tee-Versuchsgarten mit chinesischen Tee-Pflanzen in Assam angelegt. Der auch bald darauf in anderen indischen Regionen betriebene Teeanbau war anfänglich nur mit Hilfe erfahrener chinesischer Fachkräfte erfolgreich. 1839 wurde die "Assam Company" gegründet. In den Jahren 1848 - 1851 war es dem englischen Gärtner und Forschungsreisenden Robert Fortune [2] während seines zweiten Aufenthaltes in den chinesischen Teedistrikten möglich, den Teeanbau vor Ort genau zu studieren. Getarnt als Chinese aus einer fremden Provinz  - mit landestypischer Kleidung, kahl rasiertem Kopf und Pferdeschwanz – konnte unbehelligt in die schwer zugänglichen Regionen Chinas gelangen. Seine Mission war, die besten Teepflanzen Chinas für die "East India Company" zu beschaffen.

Nachdem Fortune bis zu 20.000 Teepflanzen und Setzlinge außer Landes brachte, kultivierte er damit den indischen Teeanbau am Himalya. Mit dem Wohlwollen der Regierung im Rücken, dem Handelsmonopol im Mutterland England und den neuen Anbaugebieten war der Siegeszug der "East India Company" nicht mehr aufzuhalten. Heute sind die Teegärten Assams bekannt als größtes zusammenhängendes Teeanbaugebiet der Welt.

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Quelle: „Die Geschichte des Teetrinkens in Ostfriesland“ zusammengestellt von Ralf Töpfer. Grundlage: "Zur Sozialgeschichte des Teetrinkens in Ostfriesland", herausgegeben von der Museumsfachstelle - MOBiLE - der Ostfriesischen Landschaft, Aurich.

Weitere Quellen:
1 Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Landschaftsbibliothek
2 Robert Fortune, Wikipedia
, Plantexplorers.com
3 Tee in Ostfriesland, Hanne Klöver, Sambucus Verlag, S. 78