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- 3 - Teeverbot in Ostfriesland
Die ersten Ostfriesischen Teeklipper
Im Jahre 1751 wurde Emden zum Freihafen erklärt, woraufhin verschiedene Handelskompanien gegründet wurden. Auch zahlreiche ausländische Kapitalgeber wurden hierduch angeregt, in dieser Stadt zu investieren. Die Königlich-Preußische Asiatische Kompanie mit Sitz in Emden sollte für ganz Preußen alle asiatischen Produkte direkt aus China importieren. Am 06. Juli 1753 lief die "König von Preußen" nach einer 16-monatigen Fahrt in den Hafen von Emden ein und hatte die erste große Teepartie von 500.000 Pfund an Bord. Mit Beginn des sieben-jährigen Krieges 1756 endeten die abenteuerlichen Fahrten der „Ostfriesischen Teeklipper“ nach Kanton und in andere chinesische Provinzen.
Verbot gegen Missbrauch von Tee
Nachdem 1768 alle preußischen Fernhandelsprojekte gescheitert waren, begann Friedrich II. wie viele andere Landesherren auch, in seinen Provinzen Maßnahmen gegen den "Missbrauch" von Tee und Kaffee zu starten. Das "gemeine" Volk sollte keine Genussmittel mehr trinken dürfen, Zuwiderhandlungen wurden mit Geld- und Gefängnisstrafen geahndet.
Bauern wurden sogar gezwungen, ihr Kaffee- und Teegeschirr zu verkaufen! Friedrich II. befand sich damit in guter Gesellschaft: Vom Mittel- und Niederrhein bis nach Brandenburg zog sich ein breiter Streifen an Territorien, in denen die Landesherren seit den 1760er Jahren Verbote gegen Genussmittel erlassen hatten.
1778 versuchte die preußische Regierung auch in Ostfriesland den Kaffee- und Teeverbrauch durch einschneidende Maßnahmen zu reduzieren und den zurückgegangenen Bierkonsum wiederzubeleben. Die ostfriesischen Landstände wiesen jedoch darauf hin, dass Bier in der Provinz wesentlich teurer als Kaffee und Tee sei und daher für den "kleinen Mann" unattraktiv wäre.
Da man sich nicht einigen konnte, wurde eine Entscheidung auf ein Jahr später verschoben. Die Landbevölkerung beharrte auf ihrer Meinung, dass Kaffee und Tee zur modernen Lebensweise dazugehörten und weigerten sich, Vorschläge zu deren Einschränkung zu machen. 1780 schlief der Konflikt ein, ohne dass eine Regelung erzielt worden war.
Ostfriesen wurden zu Schmugglern
1807 wurde Ostfriesland ein Teil des Königreichs Holland. König Louis von Holland war der Bruder von Napoleon Bonaparte, der bereits seit einem Jahr versuchte, England durch die Kontinentalsperre in die Knie zu zwingen. Das Verbot des Englandhandels hatte einen lebhaften Schmuggel zur Folge. Viele Ostfriesen fuhren nach Helgoland, um dort englische Waren zu kaufen. Über Spiekeroog und Norderney wurde die illegale Ware aufs Festland gebracht. 1810 wurde Ostfriesland dann französische Provinz, womit auch der Schmuggel fast komplett versiegte.
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Quelle: „Die Geschichte des Teetrinkens in Ostfriesland“, zusammengestellt von Ralf Töpfer. Grundlage: "Zur Sozialgeschichte des Teetrinkens in Ostfriesland", herausgegeben von der Museumsfachstelle - MOBiLE - der Ostfriesischen Landschaft, Aurich.
Weitere Quellen:
1 Biographisches Lexikon für Ostfriesland, Landschaftsbibliothek
2 Robert Fortune, Wikipedia, Plantexplorers.com
3 Tee in Ostfriesland, Hanne Klöver, Sambucus Verlag, S. 78

