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- Die perfekte Teekanne
Sie ist Zeitzeugin jahrtausendealter Teetradition. Sie war Statusobjekt der wohlhabenden Gesellschaft und Mittelpunkt aller Teezeremonien. Es rankten sich sogar Geschichten um sie, die Teekanne, die schon immer ein wesentlicher Bestandteil der Teekultur war. Die Asiaten machten aus dem Teetrinken eine Wissenschaft, zuweilen sogar eine Philosophie. So entwickelten sie auch ihr Teegeschirr parallel zu den Traditionen weiter. Aber ist es den verschiedenen Kulturen gelungen, eine perfekte Teekanne zu entwickeln? Und wie sollte diese beschaffen sein? Hilfreiche Tipps zum Kauf der richtigen Teekanne finden Sie hier.
Die „Drei-Kannen-Regel“
Ebenso wie bei Kaffee nehmen Teekannen das intensive Aroma des Tees an und geben es an den Kanneninhalt wieder ab. Diese Patina, die sich mit der Zeit auf der Kanne ablegt, ist bei Teetrinkern durchaus gewünscht, da sie den besonderen Geschmack des Tees intensiviert. Allerdings empfiehlt sich dies nur, solange die Teekanne lediglich für eine Sorte Tee genutzt wird. Um bei anderen Sorten keine unerwünschten Geschmacksveränderungen zu erhalten, wird daher jedem Teeliebhaber geraten, sich drei Teekannen zuzulegen:
• eine für die kräftigen Teesorten, z. B. Assamtee
• eine für die lieblichen Teesorten, z. B. Darjeeling oder Grüntee
• und eine dritte für aromatisierte Tees, z. B. Earl Grey, Kräuter- oder Früchtetees
Ton, Silber und Gusseisen
Eine Kanne aus Ton oder versilbertem Metall eignet sich für kräftige Tees mit hohem Tanningehalt, wie etwa Assam- oder Ceylontees. Auch gusseiserne Kannen sind für diese Tees geeignet. Gusseisen ist zwar etwas heikel im Gebrauch, wird aber von den Asiaten sehr geschätzt, da es wichtige Mineralsalze abgibt.
Porzellan, Steingut und Glas
Ist eine gusseiserne Kanne innen emailliert, so ist sie – genauso wie eine Kanne aus Porzellan oder Steingut – das ideale Gefäß für grüne, halbfermentierte (Oolong) und leichtere schwarze Tees wie etwa Darjeeling. Glaskannen sind allgemein sehr beliebt, da sie auch einen optischen Tee-Genuss bieten. Sie eignen sich hervorragend für die Zubereitung von aromatisierten Früchte- und Kräutertees.
Verwendung von Stövchen
Grundsätzlich ist jeder Tee stövchentauglich, verändert aber nach einer gewissen Zeit auf dem Stövchen sein Aussehen und manchmal auch seinen Geschmack. Allerdings kommt es dabei darauf an, wie lange die Kanne auf dem Stövchen steht und wie stark der Tee zubereitet wurde. So dunkeln Schwarztees gerne nach und grüne Tees bekommen nach einer längeren Standdauer sogar eine leicht rötliche Färbung. Eine schonendere Möglichkeit, den Tee über längere Zeit warm zu halten, ist, die Kanne vorher mit heißem Wasser auszuspülen oder aber eine doppelwandige, wattierte Kanne zu verwenden. So bleibt der Tee lange warm ohne ihn zusätzlich erhitzen zu müssen.
Formgebung der Teekanne
Ob klassisch, modern oder einfach nur praktisch – die Kannenform hat keinen bedeutenden Einfluss auf den Teegenuss und ist daher „reine Geschmackssache“.
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Quelle: „Das Buch vom Tee“, Wilhelm Heyne Verlag, München sowie Erfahrungen des Bünting Tee Teatasters und Qualitätsmanagers, Ralf Töpfer

