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- Der Laden
Der Büntingsche Laden oder Winkel (aus dem Niederländischen), wie man in Ostfriesland sagte, hatte nichts gemein mit einem modernen Markt. Meist in Kisten oder in Säcken stand die Ware im kleinen Zimmer verteilt. Die Artikelliste unter dem Tresen mutet an wie das Inventar einer Hexenküche: Flohsaat, Amindan, Kienruß, Rappen-Rosen und Galant sind heute so gut wie unbekannt. Die Ingredienzien entsprachen aber den damals gängigen Handelsgütern.
Ein Verkaufsschlager bei Bünting dürfte Tran gewesen sein. Das Fett brachte Licht in die Stubenlampen der einfachen Leute, Elektrizität gab es nicht. Als Genussmittel standen harte Schokolade, Branntwein, Tabak, Tee und natürlich Gewürze ganz oben auf der Wunschliste der Kundinnen und Kunden. Rohzucker wurde mit eisernen Schneidklemmen vom ganzen Stück gebrochen. In der Regel gab es keine abgepackten, fertigen Artikel sondern Rohware. Alles wurde im Laden in Tüten, Töpfe oder Kannen abgepackt.
Bargeld war wenig im Umlauf. Im Winkel, der Urzelle des „Tante-Emma-Ladens“, wurde angeschrieben. Etwa zweimal im Jahr beglichen die Kunden alle Schulden. Dafür wurde täglich mit Informationen gehandelt. Der Winkel war auch die Nachrichtenbörse der Nachbarschaft.
Es war für Händler üblich in der Hinterstube ihres Winkels selbst zu produzieren, etwa Tabak zu verschneiden. Was von See an importierten Waren und Gütern anlandete, richtete der Händler für den Versand her und belieferte mit Handkarren, Pferdefuhrwerken oder Binnenschiffen die Umlande. Ladenverkauf und Großhandel gingen Hand in Hand.

