Seit Beginn des 18. Jahrhunderts wird in Russland Tee getrunken: In den kalten Tagen, die das Land jedes Jahr zur Genüge kennt, ist heißer Tee nicht nur ein herrlicher Wärmelieferant – im Laufe der Jahre hat sich die Tradition des Teetrinkens immer weiterentwickelt und steht mittlerweile als Symbol für gemeinsame Gemütlichkeit. Selbst in der Transsibirischen Eisenbahn findet sich in nahezu jedem Waggon ein Behälter mit heißem Wasser, damit sich die Reisenden jederzeit Tee aufbrühen können.

Der Samowar.

Hauptbestandteil der Zeremonie ist der Samowar, eine Art Teemaschine, die das erste Mal um 1730 auftauchte. Übersetzt bedeutet das Wort so viel wie „Selbstkocher“. Der Samowar funktioniert heute fast ausschließlich elektrisch, nur selten sind noch Holzkohlesamoware zu finden. Die Zubereitung des Tees ist recht einfach: Der große Wasserkessel wird mit Wasser gefüllt. Wenn dieses kocht, wird eine kleine Kanne auf den Samowar aufgesetzt, in der der eigentliche Tee zubereitet und wird, der dann bis zu vier Minuten ziehen muss. Danach wird der Tee durch ein Teesieb gefiltert und wieder auf den Samowar gesetzt. Dieser Aufguss, der sich in einer kleinen Kanne befindet, ist auch unter dem Namen „Tscheinik“ bekannt. Aus dem Aufguss kann sich nun jeder bedienen. Allerdings ist zu beachten, dass es sich hierbei um ein Teekonzentrat handelt und der Tee mit heißem Wasser verdünnt werden muss. Denn in Russland wird sehr kräftiger Tee zubereitet: Auf einen Liter Wasser geben die Russen etwa 20 Teelöffel Tee.

Die Regeln der russischen Teezeremonie.

In Russland wird der Tee im Wohnzimmer getrunken. Dazu wird nicht selten die schönste Tischdecke aufgedeckt. Der Tee wird den Gästen fertig aufgebrüht in der Teekanne gereicht, die auf dem Samowar steht. Würfelzucker und Zitrone gehören als fester Bestandteil zur Teezeremonie. Zusätzlich werden von dem Gastgeber verschiedene Kräuter, frische oder getrocknete Beeren und „Warenije“, eine süße Konfitüre, gereicht. Wahre Kenner der russischen Teezeremonie nehmen einen Löffel der Konfitüre in den Mund und lassen den Tee darüber laufen. Wer noch etwas ungeübt ist, kann die Konfitüre aber auch erst einmal in die Tasse löffeln. Oftmals wird die russische Teezeremonie von einem reichhaltigen Imbiss begleitet. Hungrig verlässt man nie eine echte russische Teezeremonie: Blini, Piroggen oder auch Obst sind gerngesehene Begleiter des Tees und sorgen für das leibliche Wohl der Gäste. Das Wichtigste bei einer russischen Teezeremonie ist und bleibt allerdings das Gespräch: Ohne Tee erfolgt bei den Russen kein Treffen der Freunde, keine familiäre Feier. – So gilt in Russland, dass nur die Menschen zum Tee eingeladen werden, mit denen man sich gern unterhält.


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